Als Marc Schaub seinen Strafschuss gegen den ehemaligen ECHL-Spieler Sean Broderick (Dayton Bombers) im Bären-Gehäuse verwandelt hatte, kannte der Jubel an der Löwen-Bande keine Grenzen. Zuvor war schon Kapitän Christian Wehner mit seinem frechen Penalty erfolgreich gewesen, während Marc Hansconrad alle Schüsse des Heimteams parieren konnte.

Die Chronologie des jederzeit spannenden Spiels vor der Bitburger Rekordkulisse von über 400 Besuchern:

Die jungen Löwen gingen schon früh (5.) durch ein Überzahltor von Christian Wehner in Führung, versäumten es aber danach, ihren kleinen Vorsprung auszubauen, ließen gute Chance liegen. Die routinierten und geduldigen Bären nutzten dies zu zwei Toren vor dem ersten Pausentee, als die Löwen-Defensive zu passiv war.

Interims-Coach Timo Jüngst (Stano Fatyka kam nicht rechtzeitig mit der Jugend zurück aus Köln) hatte seine Premiere an der Bande mit der Aufforderung versehen, gradliniger und zielstrebiger zu agieren, den Leistungsträgern der Bären nicht zu viel Spielraum zu geben. Beim Überzahlspiel für die Bitburger gelang dies noch nicht, das 1:3 aus Sicht der Löwen war die Folge. Die gaben sich jedoch noch nicht geschlagen, ließen die besten fünf Minuten dieser Spielzeit folgen. Marc Schaub (31.), Fredi Gradl (34./36.) sorgten für Alarm vor dem Bären-Tor und betretene Gesichter bei den Heimfans. Zwei dieser Treffer wurden sogar mit tollen Breaks in Unterzahl erzielt, zeigten die individuelle Klasse der beiden ehemaligen DEL2- Akteure.

Der Schlussabschnitt der Partie begann mit einem Schmankerl aus dem Kuriositäten-Kabinett: bei einer angezeigten Strafe für Frankfurt eilte der Bären-Torwart aus seinem Tor, einer seiner Verteidiger spielte aber den Puck zwecks Neuaufbau in die eigene Hälfte zurück...und ins verlassene Gehäuse. Die folgende Diskussion galt dann auch weniger der Regelkonformität des Tores, sondern der Suche nach dem Torschützen, da es im Eishockey ja bekanntlich keine Eigentore gibt. Der Goalie der Löwen wurde nun für seine Abwehr belohnt, die dem folgenden Fehlschuss vorausging und als Torschütze eingetragen. Das Löwen-Rudel nun etwas zu fahrlässig in Anbetracht des Zwei-Tore-Vorsprungs, leichtfertige und ungenaue Zuspiele schlichen sich ein, zumal sich unnötige Strafen hinzugesellten. Die Bären nutzen dies zu ihren Erfolgen, während Patrick Senftlebens Überzahl-Kracher Marke „Schrotflinte mit Zielfernrohr“ (50.) nur ein kleines Zwischenhoch im letzten Drittel war. Zwei Tore binnen 62 Sekunden ließen die Partie zugunsten der Bären fast kippen, deren unermüdlicher Kampfgeist schon Bewunderung verdiente, sie sich in das dann folgende und notwendige Penaltyschießen retteten, in dem Marc Hansconrad der Held der Löwen wurde.

Fazit: Zwei schwere Auswärtspartien (beim Regionalliga-Absteiger Bad Nauheim und Vizemeister Bitburg) mit zwei Pluspunkten beendet, was in Anbetracht der fünfzehn erzielten Tore fast zu wenig erscheint. Der Erfolg in der Eifel war den Special Teams und der individuellen Klasse einzelner Spieler geschuldet, das Spiel aus der Abwehr ist noch zu oft ohne wirkliches Konzept und zufällig. Dennoch ein wichtiger Motivations-Meilenstein für das junge Team vor dem Stadtderby gegen Eintracht Frankfurt am kommenden Wochenende.

Spruch des Tages: „Ich schicke euch jetzt öfters auf die Strafbank, in Unterzahl seid ihr besser“ (Schiedsrichter Uwe Hoffmann/Zweibrücken), der die Partie sehr humorvoll leitete und immer mit einem Zwinkern im Auge kommentierte.