„Auswärtssiege sind schön“ skandierten die „mitgereisten“ Löwen-Fans ironisch nach dem deutlichen Triumph an ihrer eigentlichen Spielstätte, als die Löwen für einen Abend die Spielerbänke tauschten, um als Gast zu gelten. Das erste Heim-Bully zur neuen Saison machte mit George Robinson ein Footballprofi vom Erstligisten Samsung Frankfurt Universe, der sichtlich Spaß an seiner neuen Rolle hatte.

Bei den jungen Löwen kam erster Spaß bereits nach 74 Sekunden auf, als Marc Schaub die Führung für seine Farben erzielte. Danach versäumten es die Gäste, ihren Vorsprung gegen die Eisadler auszubauen, ließen einiges an Großchancen liegen. Und auch ein grandioser Marco Schwarzer auf rot-schwarzer Seite verhinderte durch tolle Paraden weitere Einschläge in seinen Kasten.

Das zweite Drittel sah die Löwen im Vormarsch und als es Stano Fatyka zu bunt wurde, umkurvte er die Adler-Defensive und traf zum etwas beruhigenden 2:0 (29. Minute) Dann war es Kapitän Christian Wehner, der in den Mittelpunkt rückte: Zunächst ließ der der erfahrene Haudegen eine Riesenmöglichkeit vor dem leeren Tor aus, um dann direkt mit dem nächsten Spielzug die weitaus schwerere Variante aus der Ferne zu wählen (36.) um mit Wucht erfolgreich einzunetzen. Die zweite Reihe war auch beim nächsten Tor auf dem Eis, als Max Frank gekonnt abschloss, Stano Fatyka mustergültig auflegte (40.), während dem Heimteam zwischenzeitlich nur der Anschluss durch Marvin Idel (38.) in Überzahl gelungen war. 

Schrecksekunde dann kurz vor dem Pausentee, als Löwen-Goalie Marc Hansconrad signalsierte, dass er nicht mehr weitermachen könne. Da wie schon in den Spielen zuvor, kein weiterer Torhüter im Aufgebot stand, zog sich Stürmer Philipp Laufer in der Drittelpause das Trikot und die Montur über, stellte sich in den Dienst der Mannschaft, um einen Spielabbruch zu vermeiden.

Coach Andrej Jaufmann reagierte sofort mit taktischen Korrekturen, denn die Eintracht wurde jetzt noch früher angriffen, jeder Schussversuch gestört, die Eisadler vom Tordebütanten der Löwen ferngehalten. Sicherung des Vorsprungs lautete die Devise, um selbst mit Nadelstichen aus der kompakten Abwehr die Jungs vom Riederwald zu nerven. Der erste Piekser kam von Christian Wehner, der nun den Weg zum Torerfolg wusste, mit seinem zweiten Treffer an diesem Abend die Siegesampel in Überzahl auf „Grün“ stellte (46.). Noch einen Debütanten fanden dann die Löwen mit Stürmer Sven Schippler, der sein erstes Hessenligator feiern durfte (56.), den Puck in der praktischen Geschenkepackung mit nach Hause nahm. Marc Schaubs Sahnehäubchen zum 7:1-Endstand (57.) war schon ein echter Hingucker, als der ex-Profi mit all seiner Erfahrung und Abgezockheit die komplette Abwehr narrte und auch Eisadlers Bestem Marco Schwarzer keine Chance ließ.

Nach 60 Minuten brannte dann Jubel bei den jungen Löwen auf, die sich durch eine geschlossene Teamleistung auf Rang zwei der Tabelle verbesserten, ihren „Shut-out God“ Laufer im Tor zu Recht stürmisch feierten.

FAZIT: Eine geschlossene Mannschaftsleistung aus einer kompakten Defensive, die Coach Andrej Jaufmann ein erfolgreiches Debut an der Bande bescherte. Die Torhütersituation wird sich diese Woche durch die Lizenzierung eines dritten Keepers verbessern, der mit seiner Oberliga-Erfahrung dem Kader nicht nur mehr Tiefe geben wird.

Zuschauer: ca. 150
Strafminuten: Eintracht Frankfurt 12, Löwen Frankfurt 18

Schiris: Brack, G. / Lang, M.