Im Spitzenspiel der Hessenliga bezwingt der Tabellenführer Löwen Frankfurt seinen direkten Verfolger die EJ Kassel 89ers mit 7:3 (3:1; 2:1; 2:1) und bleibt damit verlustpunktfrei an der Spitze.

Welche Bedeutung diese Partie für die Kollegen aus Nordhessen hatte, zeigt die Tatsache, dass diese noch kurzfristig ihren DEL2-Förderlizenzspieler Schirmacher lizenzierten, der tags zuvor noch in der Oberliga beim Husky-Kooperationspartner EC Harzer Falken zum Einsatz kam, aber auch schon neun Einsätze in der Ersten Mannschaft aufweist. Der junge Nachwuchscrack musste schnell einsehen, dass auch in der Hessenliga guter Sport geboten wird, die Löwen nicht zufällig von der Pole Position grüßen.

Deren Kapitän Christian Wehner war der auffälligste Akteur im ersten Abschnitt, setzte mit gleich zwei Treffern (4./11.) die ersten Akzente, darunter einen Lehrbuch-Konter in Unterzahl. Danach erhöhte Marc Schaub auf 3:0 (12.), was die gut 350 Besucher (Rekordkulisse) mit lautem Beifall begrüßten. Kassel verkürzte schnell durch Patrick Schädel auf 1:3, als bei den Löwen eine leichte Überheblichkeit zu spüren war. Der zweite Warnschuss durch Tim Andreas zu Beginn des Mitteldrittels weckte jedoch die jungen Frankfurter wieder und besonders Fredi Gradl schien der Pausentee bestens bekommen zu sein. Unter den kritischen Augen der DEL2-Profis Nils Liesegang, Lukas Koziol und Eric Valentin erzielte der 22-jährige Goalgetter die Treffer vier und fünf (27./36.) und stellte die Weichen früh auf Sieg. Der letzte Abschnitt sah konzentrierte Löwen, die auf einen Ansturm der Gäste warteten, um dann aus der Abwehr mit schnellen Gegenstößen zu antworten. Einer dieser brachte das 6:2 durch Marko Sakic (48.), ehe Pat Senftleben mit viel Wucht eine Überzahl nutzte (51.). Kassels „C“ Paul Sinizin verkürzte 21 Sekunden vor der Schlusssirene, betrieb damit aber nur noch Ergebniskosmetik in einem längst entschiedenen Spiel.

Eine geschlossene Teamleistung der Löwen ermöglicht drei weitere Punkte, ließ den Abstand auf Rang zwei auf vier Punkte wachsen, zeigte wie man Derbies mit vollem Engagement siegreich gestalten kann. Ein großes Lob gilt es an dieser Stelle dem dritten Block der Löwen zu zollen, der nicht immer so im Mittelpunkt der Berichterstattung um Tore und Erfolge stehen mag, aber die Topreihe der Huskies durch unermüdliche Arbeit praktisch aus dem Spiel nahm, jeden Zentimeter des Eises nimmermüd beackerte. Konsequenz war die am Folgetag etwas überraschende 5:7-Heimniederlage der müden Kasseler gegen die Eifel-Mosel Bären aus Bitburg, für die Lukas Golumbeck vierfach traf.

Ein dickes Kompliment geht aber auch an unsere Supporters-Crew, die bei klirrender Kälte den Spieltag zu einem echten Ereignis machte, auf die logistischen Anforderungen des Außenrings überragend reagierte, alle Gäste supernett mit Heißem und Kaltem bediente, Löwen UND Huskies viel Lob aussprechen ließen.

Zuschauer: ca. 350
Schiedsrichter: M. Branzko/ P. Lepich
Strafminuten: LF 8 / KS 14+10 (Roth)