10:5 – Viertes Spiel – Vierter Sieg – Siebter in Folge – in 2018 ungeschlagen - es klingt so einfach...war es aber nicht!

Die Auswärtspartie bei den Darmstadt Dukes war 40 Minuten an Dramatik kaum zu überbieten, „schuld“ daran waren die jungen Löwen selbst, die lange die Grundregeln des schnellsten Mannschaftssports nicht beherzigten.

Hatten die beiden Coaches Bob Kratochvil und Andrej Jaufmann noch ausdrücklich vor den heimstarken Herzögen gewarnt, wollten mit viel Tempo ihrer drei Sturmreihen die Abwehr des Heimteams müde machen, sollten ihre Schützlingen vor allem von der Strafbank fernbleiben, so traf dies lange Zeit eben nicht zu. Schon nach 120 Sekunden saß man gleich doppelt in der Kühlbox, hatte sich auf die Provokationen des Gegners eingelassen, fand somit überhaupt nicht ins Spiel. Die Dukes sagten schnell „Danke“ an die höflichen Gäste, die ihnen das 1:0 (5. Minute) schenkten, auch wenn Marko Sakic schon bald (8.) der Ausgleich gelang. Die Fehler im Aufbauspiel der Löwen blieben jedoch an der Tagesordnung, selbst die Führung (10.) durch Pat Senftleben brachte wenig Ruhe in die Partie, die verbalen Nebenkriegs-Schauplätze dominierten und störten die notwendige Konzentration. Darmstadt nutzte dies (13./15.) gleich doppelt, als Frankfurt zum Toreschießen geradezu einlud und die Partie zunächst in die falsche Richtung lenkte.

Die Kabinenansprache zum Pausentee soll wohl etwas lebhafter ausgefallen sein, denn die Löwen wirkten danach entschlossener, wollten den Schalter nun rumdrehen. Doch wieder ein Geschenk der Abwehr, die Dukes gingen sogar erstmalig mit zwei Toren in Führung (25.) Wichtig der sofortige Anschlusstreffer durch Yannick Poloczek, der nur 18 Sekunden nach dem 4.Tor der Heinerstädter fiel. Der Ausgleich war eine Frage der Zeit und mit Pascal Jessberger fand ein Verteidiger in Überzahl die Lücke im System, als dem gegnerischen Torhüter die Sicht genommen war (28.) Einmal noch fand auch Darmstadt die Lücke (33.), die jedoch Davide Carbone mit seinem ersten Tor für die Löwen wieder schloss, seinen Farben ein Remis nach 40 Minuten ermöglichte.

Der Schlussabschnitt brachte dann Einbahnstraßenhockey Richtung Dukes-Gehäuse, die immer müder wirkenden Darmstädter fanden keine probaten Mittel, um dem Tempo und der Spielfreude der Löwen zu begegnen, zumal diese endlich auch der Strafbank fernblieben. Besonders der zweite Block der Frankfurter wusste zu gefallen, Fredy Gradl (2), Julian Roros (2) und Max Frank übernahmen die Initiative, sorgten mit ihren Auftritten für Panik in der nun überforderten Dukes Abwehr. Gerade die beiden Breaks mit gekonntem Abschluss durch Jung-Vater Julian Roros, der kurzfristig - durch die vielen krankheitbedingten Absagen im Kader - erneut eingesprungen war, ließen den Routinier zum „Daddy Cool“ mutieren. Auch die dritte Reihe belohnte sich für ihren großartigen kämpferischen Einsatz durch Jan Lamberger (55.), dessen Treffer von Tobias Uglar und Tizian Tränkner glänzend vorbereitet wurde.

Nach 60 Minuten stand dann der klare Sieg auf der Anzeigetafel, so dass Torhüter Dennis Schulz für die vielen mitgereisten Löwen-Fans ein Tänzchen (zugegeben: mit Optimierungsbedarf) wagen musste.

Endergebnis: 5:10 (3:2; 2:3; 0:5)
Strafminuten: jeweils 12 
Zuschauer: ca. 200
Schiedsrichter: B. Paracki / M. Trottmann