Um kurz nach 22.30 Uhr am späten Samstagabend flogen die Schläger, Handschuhe und Helme quer übers Eis der Außenfläche, alle Spieler der Löwen U25 stürmten auf ihren Torhüter Dennis Schulz zu, der soeben im Penaltyschießen den dritten Strafschuss der Eifel-Mosel Bären gemeistert hatte und die folgende Partynacht eröffnete. „We are the Champions“ wußte Queen schon vor über 40 Jahren, aber immer wieder klingt es toll durch die Lautsprecherboxen, wenn man denn selbst betroffen und am abfeiern ist.

Doch vor die Feier hatte der Eishockey-Gott 60 hochspannende Minuten gestellt, zumal unsere Gäste aus Bitburg sich vehement und tatkräftig wehrten, ihre letzte Titelchance sang- und klanglos zu verschenken. Die waren grippebedingt mit einer etwas kleineren Kapelle in Frankfurt erschienen, machten aber tolle Musik, zumal ihnen ein Chor lautstarker Fans zur Seite stand, das Team ununterbrochen unterstützte.

Die Löwen erwischten den besseren Start und gingen durch ihren Kapitän Christian Wehner nach nur 66 Sekunden in Führung. Der Plan die vermeintlich müden Busfahrer aus der Eifel zu schocken, schien aufzugehen, zumal Max Frank in der 5. Minute das 2:0 folgen ließ. Als dann Frankfurt eine 5:3-Überzahl für fast zwei Minuten hatte, schien der Zeitpunkt für die Vorentscheidung gekommen zu sein. Doch der großartige Sean Broderick im Bären-Gehäuse und mangelndes Schussglück verhinderten dies. Als die Gäste dann komplett waren, die Löwen sich aber noch gedanklich in Überzahl wähnten, schlug Spielertrainer Michal Janega zu (15.) zu, überwand die viel zu weit aufgerückte Abwehr der Frankfurter. Mit der knappen Führung ging es in die erste Pause, in der sich die Bären wohl besser auf die Löwen-Angriffe einstellten, diese schon früher unterbanden um selbst aktiver zu werden.

Thomas Barth (32.) belohnte seine Farben mit dem Ausgleich, zumal die heimischen Men-in-Black eine Großchance nach der anderen liegen ließen oder mit ihren Breaks am US-Boy im Kasten der Bären im Duell 1:1 scheiterten.

Das letzte Drittel begann mit einem Paukenschlag, denn Marko Sakic gelang aus der Halbdistanz (44.) die erneute Führung. Die Bären reagierten jedoch überhaupt nicht panisch auf diesen Treffer, stießen immer wieder gefährlich vor den von Dennis Schulz prima gehüteten Löwen-Käfig. Als es knapp vier Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit eine Strafe gegen Bitburg gab, schien die Entscheidung gefallen zu sein, mit einem Mann mehr den knappen Vorsprung zumindest über die Zeit zu retten oder sogar einen weiteren Treffer zu versenken. Doch wie schon bei Olympia und dem deutschen Finale gegen Russland, kennt man den richtigen Weg, findet aber eine Möglichkeit noch falsch abzubiegen. So auch die Löwen mit einem Fehlpass direkt nach einem gewonnenen Bully, den der Topscorer der Liga Lukas Golumbeck dankend aufnahm, auf und davon ging und eiskalt vollstreckte. 3:3 stand es auf der Anzeigetafel, ein Spielstand der Frankfurt für den Titel genügte, aber nicht den Bären, die einen Dreier brauchten. Die riskierten alles, nahmen ihren Torwart zugunsten eines weiteren Feldspielers vom Eis, scheiterten aber mit ihren Schüssen in der hochdramatischen Schlussphase.

Bei 60:00 und der Schlussirene war klar, die Löwen sind der verdiente Meister der Hessenliga-Saison, aber ein Penaltyschiessen musste dennoch den Sieger der Partie ermitteln. Dabei behielt Dennis Schulz dreimal die Oberhand, während Marc Schaub keine Nerven zeigte und zum Game-winning-Goal vollstreckte. Danach Jubel ohne Grenzen, während sich die Bären als tolle Verlierer zeigten, als erste gratulierten, obwohl sie im vierten Aufeinandertreffen beider Teams zum vierten Male den Kürzeren zogen, dabei alleine dreimal im Penaltyschießen, was auch die Augenhöhe zeigt, auf der sich beide Mannschaften stets begegneten. Während auf dem Eis dann Sekt und Bier domierten, musste Löwen-Keeper Dennis Schulz zu den Klängen von „Macarena“ tanzen, das Team eine Ehrenrunde nach der anderen vor den rund 500 Besuchern drehen. „We are the champions“ und selten klang dieser Hit so süß wie an diesem milden Samstagabend vom 10.3.2018, der uns den Weg in die Regionalliga bescherte, als ein junges Löwen-Team mit viel Herzblut sich für eine tolle Hessenliga-Saison belohnte.

Strafzeiten: LF 6 / EMB 12 + 10 (Golumbeck) 
Zuschauer: ca. 500
Schiris: B.Hoppe / M.Lang