Mit dem letzten Aufgebot (nur neun Feldspieler und ein Goalie) musste die U16 der Löwen heute nach Herford reisen. Am Ende unterlag das Team um Trainer Jobst Braun mit 5:6 nach Penaltyschießen. Dem Spielverlauf nach eher zwei verlorene Zähler, doch letztlich konnte das Team nach tollem Kampf mit erhobenem Haupt das Eis verlassen.

Wenn den Löwen heute Morgen bei der Anreise jemand einen Punkt beim Spitzenreiter Herforder EV angeboten hätte – sie hätten vermutlich eingewilligt. Ferienzeit und Krankheiten ließen insgesamt nur 10 Aktive plus Trainer und Betreuer sowie ein paar Eltern nach Herford fahren. Einen gewissen Charme hatte die Tatsache, dass die Anreise in einem Doppeldeckerbus erfolgte. Der war jedenfalls groß genug.

Drei Verteidiger und sechs Stürmer (davon zwei umfunktionierte Verteidiger) sowie Torhüterin Felicitas Gaigl waren dennoch fest entschlossen, aus Westfalen etwas mitzunehmen. Und es begann ziemlich gut. Die spielerisch besseren Löwen gingen durch Geburtstagskind Lukas Giebner nach sechs Minuten erstmals in Führung. Dem Ausgleich der Gastgeber ließ Leon Werner kurz vor Ende des Drittels das 2:1 für die Löwen folgen – eine verdiente Pausenführung, die um zwei Tore hätte höher ausfallen können oder müssen, wären die Löwen nicht immer wieder am Herforder Keeper hängen geblieben. Aber – wie Lothar Matthäus gerne zitiert wird: „Wäre, wäre Fahrradkette“.

Der Herforder Ausgleich gleich zu Beginn des Mitteldrittels brachte die Mannschaft nur kurz aus dem Konzept. Bogdan Pushkar und Lukas Giebner mit seinem zweiten Treffer sorgten zwischenzeitlich für die verdiente Führung von 4:2. Doch die hartnäckigen Gastgeber und Tabellenführer wollten sich einfach nicht geschlagen geben – ihr gutes Recht. Zwei Treffer sorgten für den Ausgleich, bevor der dritte Streich von Lukas Giebner noch kurz vor Ende des zweiten Drittels zumindest eine Ein-Tore-Führung wiederherstellte. 5:4 für die Löwen.

Dann kam ein laaaaaaaaanges letztes Drittel. Die Kräfte ließen naturgemäß nach, aber die Jungs machten das sehr geschickt und Feli Gaigl im Tor hielt den Kasten sauber. Und dann passierte es doch noch und leider absolut unnötig: Knappe dreißig Sekunden noch zu spielen und einer unserer Löwen „verzockte“ sich im Mitteldrittel, statt – wie bis dahin clever gemacht – die Scheibe tief zu spielen und wertvolle Zeit zu gewinnen. Herford erkannte die Situation sofort und schlug 22 Sekunden vor dem Ende zu: Ausgleich zum 5:5. Penaltyschießen. Das verloren die Löwen dann, so dass Herford nach einer „Wir-geben-zuhause-niemals-auf-Partie“ glücklich als Sieger das Eis verließ. Glückwunsch ins Westfalenland.

Ärgerlich für die Löwen. Aber doch auch bewundernswert, wie sich unsere Mannschaft in das Spiel reingehängt hat. In halbwegs voller Stärke dürfte ein solches Spiel anders ausgehen – aber das zählte heute nicht.

Statistik des Spiels:

Torschützen: Lukas Giebner (3), Leon Werner und Bogdan Pushkar (je 1)

Strafminuten: Herforder EV 2 (plus 10 Min Disziplinarstrafe), Löwen Frankfurt 6