Im Januar durfte unserSpielerin Lola Liang bei den Olympischen Jugendspielen in Lausanne teilnehmen. Ein Traum geht für sie in Erfüllung. Wie schwierig das Jahr 2019 und welcher ihr schönster Moment bei den Olympischen Jungendspielen war erzählte sie uns in einem persönlichen Gespräch.

   

Der Beginn: 

Bereits vor vier Jahren feierte Lola ihr Debüt für den Deutschen Eishockeybund, von den Olympischen Spielen wusste sie zu diesem Zeitpunkt nichts. Durch einen Bericht vom Sender KIKA wurde sie zum ersten Mal auf die Olympischen Jugendspiele in Lillehammer 2016 aufmerksam. Schnell wird für Lola klar, bei solchen Olympischen Jugendspielen möchte sie auch einmal teilnehmen. Doch auf dem Weg dorthin, gibt es einige Rückschläge. Ein gebrochener Arm im Relegationsspiel der U17 der Löwen in Hannover sorgte dafür, dass sie die Europameisterschaft verpasste. Zeitlich befinden wir uns im März 2019, also nicht mal mehr ein Jahr bis zu den Olympischen Jugendspielen in Lausanne. Der erste Rückschlag für Lola. Doch sie gibt nicht auf.  

Bereits im Juni 2019 steht sie wieder auf dem EisAuf dem Weg nach ganz oben gehören Hindernisse natürlich dazu. Als sie dann erzählte, dass sie sich ihren Arm bei einem Turnier in Köln erneut brach, merkte man ihr an, dass dies wohl die schwerste Zeit ihrer noch so jungen Karriere war. Die Jugend-Olympiade 2020 in Lausanne rückte für sie in weite Ferne. Eigentlich wollte Lola einen Schritt nach vorne machen, nun ging es zwei Schritte zurück.  

Mitte September 2019 durfte Lola wieder zurück aufs Eis. Aufgeben kam für sie sowieso nicht in Frage.  Einen Monat später bestritt sie ihr erstes Frauen-Bundesligaspiel. Eine große Chance für sie, ihr Können erneut unter Beweis zu stellen. Auch der Ligaalltag hier in Frankfurt ließ nicht auf sich ruhen. Im Dezember 2019 gab es dann die erneute Einladung des DEB. Ganze neun Monate später stand Lola nun wieder für die Nationalmannschaft in Frankreich auf dem Eis. Im ersten Spiel erzielt Lola direkt einen Treffer. Nach dem Spiel dann die tolle Nachricht: Lola ist bei den Olympischen Jungendspielen in Lausanne 2020 definitiv dabei. Freude und Glück sind bei dieser Geschichte in ihrem Gesicht zu erkennen. Als wäre sie nie weg gewesen.  

Kickoff-Veranstaltung in München 

Im Dezember lernte Lola auch alle anderen Sportler des Team-Deutschlands kennen. Für sie ein „krasses“ Gefühl. Die Top-Sportler Deutschlands und Lola mittendrin. Eine schöne Sache. Neben einer kleinen Party stand auch die Einkleidung der Sportler auf dem Programm. Die Freude nach Lausanne zu fahren stieg von Tag zu Tag  

Lausanne 2020 

Endlich abfahrt! Ein Traum geht für Lola in Erfüllung. Am Dienstag, den 14.01 ging es zuerst nach Füssen, von dort aus weiter mit dem Bus nach Lausanne. Angekommen am Mittwoch den 15.01stand die Orientierungsphase kurz im Vordergrund, danach ging es direkt mit dem ersten Training los. Lola macht nun eine Pause, atmet tief durch und erzählt dann von ihrem ersten Moment im olympischen Dorf. Einige Bilder hatte sie schon gesehen, doch die Größe des Dorfes hatte sie komplett unterschätzt. Langsam realisiert sie den Umfang der Veranstaltung.

  

Tief beeindruckt erzählt sie vom ersten Training in der Arena. Hier waren einige Schulkinder, die bei jeder Aktion gejubelt haben. Bei dieser Erinnerung fängt Lola an zu lachen. Zu witzig muss es wohl gewesen, dass selbst ein leeres Tor lautstark gefeiert wurde. Im Dorf wieder angekommen gab es eine tolle Möglichkeit mit den anderen Jugendlichen aus 79 Nationen in Kontakt zu kommen. Jedes Land bekam „Pins“, die untereinander getauscht werden konnten. So kam man relativ schnell ins Gespräch. Von Mittwoch bis Freitag stand dann jeden Tag Training auf dem Plan. Samstag war es dann endlich soweit. Das erste Spiel für Lola bei den olympischen Spielen gegen Schweden. Lola erzählt uns wie nervös sie war und dass ihre Beine zitterten bevor es losging. Zudem war es kein gutes Spiel (2:7 für Schweden), aber sie konnte großartige Erfahrungen sammelnDas erste richtig große Spiel“ in ihrem Leben.  

Bereits einen Tag später stand das nächste Spiel gegen die Slowakei auf dem Programm. Hier konnte Lola fokussierte sein und spielte auch deutlich selbstbewusster. Die Mannschaft schaffte es zwei starke Drittel zu spielen, leider verloren die DEB-Damen im letzten Drittel ein wenig den Faden und musste sich mit 2:1 geschlagen geben. Auf Grund der Niederlage ist Deutschland aus dem Turnier ausgeschieden. Nach dem Spiel wurde es für Lola sehr emotional, auch die Ein oder andere Träne wurde verdrückt. Erst in vier Jahren gibt es wieder die Möglichkeit, bei den olympischen Spielen zu spielen. Der Traum von einer Medaille ist in diesem Moment zerplatzt. Traurig ist Lola aber nicht lange, denn sie weiß, wo sie in Zukunft hin möchte. Am Ende überwiegen Stolz und die Lust auf mehr solcher großen Turniere.  

Nach dem Ausscheiden mussten auch direkt die Taschen gepackt werden. Lola erzählt uns hier von ihrem „Gamejersey“, das für sie das schönste Trikot ist, das sie bis jetzt tragen durfte. Ein kleines Highlight gab es aber dennoch. Lola durfte zusammen mit einigen ihrer Mitspielerinnen Sponsoren durch das Dorf führen. Eine tolle Erfahrung, Deutschland auch in dieser Form vertreten zu dürfen. Auch das Leben im olympischen Dorf war von Abenteuern geprägt und es wurden so gut wie alle freizeitlichen Aktivitäten mitgemacht. So entstanden einige neue Freundschaften mit denen Lola auch heute noch Kontakt hat. 

Abschlussfeier 

Am Tag der Abschlussfeier blieb Lola gar nicht so viel Zeit nochmal über das Ausscheiden nachzudenken. Zu stolz war sie, dass sie an den olympischen Spielen teilnehmen durfte. 1788 Athleten aus 79 Nationen, ein einmaliges Erlebnis für Lola. Das „Dorfleben“ ging für sie und ihre Freunde viel zu schnell vorbei. Am Ende blieb ihnen nur wenig Zeit für Umarmungen, Glückwünsche und ein „hoffentlich bis Bald.“ Die Frage nach dem schönsten Moment konnte Lola schnell beantworten: Das Eröffnungsbully im Spiel gegen Schweden. Diesen Moment wird sie nie vergessen. Lola fängt an zu lächeln.   

Zurück in Frankfurt  

Wieder in Frankfurt angekommen wird Lola relativ schnell vom Alltag eingeholt. Das ,,Dorfleben fehlt ihr sehr und natürlich ist der Tag nicht so spannend wie in Lausanne. Trotzdem ist Lola irgendwo auch froh wieder in Deutschland zu sein. Die Schule rückt wieder in den Vordergrund, dort müssen nämliche einige Sachen nachgeholt werden. Schulfrei gab es nämlich nur unter dieser Bedingung. Im April wartet mit der Europameisterschaft in Budapest bereits das nächste große Turnier. Für die Zukunft möchte Lola vor allem gesund bleiben. Nach dem Abitur würde Lola gerne studieren und ein wenig reisen. Der Eishockeysport wird dabei immer eine wichtige Rolle spielen.