Was für ein Kontrast zu den Gurkenspielen gegen Bad Nauheim! Dieses Wochenende konnte die U20 von Trainer Jan Barta zwei begeisternde Spiele gegen den unangefochtenen Tabellenführer aus Erfurt auf’s Eis legen – und die Löwen behielten verdientermaßen drei wertvolle Punkte am Main. Nach der unglücklichen 1:3 Niederlage am Samstag wehrten sich die Jungs und besiegten die Thüringer Top-Favoriten am Sonntag mit 3:2.

Das hätte man der U20 so vielleicht gar nicht zugetraut. Am Samstag boten die ersten beiden Drittel packendes, schnelles und mitreißendes Eishockey – witterungsbedingt in der Großen Halle. Kaum Unterbrechungen, schöne Spielzüge und hohes Tempo ließen die Eishockeyherzen der noch einmal minimierten Elternschar auf beiden Seiten höher schlagen. Erfurt ging in der 18. Minute in Führung und baute selbige in der 33. Minute auf 2:0 aus. Die Löwen trafen kurz vor Ende des Mitteldrittels in Überzahl zum 1:2 Anschluss durch Jonas Hochmüller nach Pässen von David Kindereit und Joshua Römer. Hochverdient zu diesem Zeitpunkt. Doch dann zog Erfurt gleich in der 41. Minute den Stecker und traf zum 3:1 Endergebnis. Die Luft war raus, die Löwen konnten sich nicht mehr entscheidend vorne durchsetzen.

Goalie Jan Hak machte seine Sache mit einer kleinen Ausnahme ausgezeichnet und war ein wichtiger Rückhalt seines Teams. Spitzenklasse sein Fanghand-Safe im zweiten Drittel! Jonathan Lorei wurde im zweiten Drittel nach einer unglücklichen Bekanntschaft mit der Bande ohne gegnerische Einwirkung vorsichtshalber ins Krankenhaus gefahren. Dort stellte man zum Glück nichts Dramatisches fest, so dass er hoffentlich schnell wieder zur Mannschaft stoßen kann. Gute Besserung auch von dieser Stelle!

Sonntag dann zunächst wieder sportliche Ernüchterung. Dem 0:1 für die Gäste in der 8. folgte auch noch das 0:2 in der 18. Spielminute. Beide Treffer entstanden durch haarsträubende Abwehrfehler der Löwen, aber irgendwie hatte man das Gefühl, dass das letzte Wort noch nicht gesprochen war. Und so kam es. Florian Fichtner nahm noch im eigenen Drittel ein Zuspiel von Nikolas Junnila und Niclas Kaus bei eigener Überzahl auf, tankte sich durch mehrere Erfurter Gegner hindurch und schob – mit etwas Glück – die Scheibe ins Tor. 1:2 nur wenige Sekunden nach dem Zwei-Tore-Rückstand. Pause.

Gleich zu Beginn des Mitteldrittels eine Puck-Eroberung durch Sebestyan Csata im gegnerischen Drittel. Sebestyan sah den frei vor dem Tor lauernden Jonas Hochmüller, bediente ihn mustergültig, und der seinerseits brauchte in aller Ruhe nur noch einzuschieben. Ausgleich zum 2:2. Hier geht was. Aber es dauerte bis zur 47. Minute, dass die Löwen ihr immer dominanteres Spiel in den sehnlichst erwarteten Führungstreffer umwandeln konnten. Jonas Muthig bugsierte die Scheibe mit großem Willen zu Alex Wagner, der das 3:2 Endergebnis erzielte, also das Game Winning Goal, wie einige besonders coole Statistiker dieses Phänomen bezeichnen.

Auch wenn man das im Eishockey nie so vorhersagen kann – dieses Mal hatte man nicht das Gefühl, dass die Löwen sich die drei Punkte noch aus der Hand nehmen lassen würden. Goalie Marius Block entpuppte sich erneut als Fels in der Brandung und stand gewohnt sicher. Erfurt konnte nicht mehr zulegen und vermasselte sich die Chance, kurz vor Ende den eigenen Torhüter vom Eis zu nehmen, durch eine kleine Strafe gut zwei Minuten vor dem Ende. Die Löwen gaben alles und freuten sich – Spieler, Trainer, Betreuer und Eltern – sichtbar über diese positive Überraschung: Sieg gegen den Tabellenführer. Das war gut für die Moral und ein starkes Zeichen an die anderen Teams in der Liga, dass – falls die „Corona-Saison“ geordnet weiterbetrieben werden kann – weitere Überraschungen durchaus folgen können.

Ein richtig schönes Wochenende! Was will man mehr?!