Was für eine fantastische Leistung der U20 gegen den Ligafavoriten EHC Grizzly Adams Wolfsburg am Sonntag im heimischen Eisstadion in Frankfurt. Aufgrund von Verletzungen, Erkrankungen und des überstrapazierten Ausländerkontingents musste das Team um den neuen Trainer Horka Sekesi mit dem letzten Aufgebot und nur neun Feldspielern antreten – und gewann nach großem Kampf mit 5:4 n. P. Es war insgesamt etwas glücklich, aber selten hat die U20 eine derartige Willensleistung gezeigt!

Bis 20 Sekunden vor Schluss lagen die tapferen Löwen sogar noch mit 4:3 in Führung und hätten um ein Haar drei Punkte einfahren können. Doch der Reihe nach. Samstag musste das Team nach den unglücklichen Auftaktniederlagen in Hamburg letztes Wochenende eine 1:13 Klatsche gegen eben diese Wolfsburger einstecken. Puuuh. Einer jener Tage, an denen einfach nichts klappt und alles schief läuft. Haken dran. Die wenigsten Fans im Eisstadion waren dadurch mental darauf vorbereitet, dass es am Sonntag spannend werden könnte. Und sportlich fing es tatsächlich auch wieder blöd an.

Dritte Spielminute – bums 0:1. Nur 18 Sekunden später legt Jannik Kaus aber wunderbar auf für Jonathan Lorei, der den Ausgleich erzielt. Strohfeuer, dachte man im weiten Rund. Doch eine Minute später fasst sich Nikolas Junnila an der blauen Linie ein Herz und netzt mit einem strammen, verdeckten Handgelenkschuss ein. 2:1 – Sauerstoff für das Strohfeuer. Als Jannik Kaus dann mit dem 3:1 auf Zuspiel von Alex Wagner in der siebten Spielmute nachlegt, fragt sich die Halle, ob Wolfsburg den Vortagessieg zu lange gefeiert hat. Einen ähnlichen Verdacht schöpft der Wolfsburger Trainer und nimmt verständlicherweise eine frühe Auszeit. Die Grizzly Adams kommen noch auf 3:2 heran. Drittelpause.

So langsam hätte es nicht überraschen können, wenn die Kräfte der Löwen nachlassen und Wolfsburg die Oberhand gewinnt, das Spielt dreht und klar für sich entscheidet. Doch Pustekuchen. Zwar ist Wolfsburg dominant, aber ein ums andere Mal hält der Spieler des Tages, Goalie Josh Bauer von den Löwen, auch einen Unhaltbaren. Das braucht es bekanntlich für große Siege. Erstaunlich auch einige unkonzentrierte Abschlüsse der Wolfsburger knapp am Tor vorbei. Das Glück bleibt mit den Tüchtigen. Jannik Kaus erhöht sogar zum 4:2 in der 24. Minute, dem die Gäste im Mitteldrittel nur noch das 4:3 in der 27. Minute entgegensetzen können. Jetzt spätestens hätte man aber seine gesamten Pfifferlinge auf Wolfsburg setzen wollen, die kräftemäßig – in voller Besetzung spielend – Vorteile gegen Ende haben müssen. Zweite Drittelpause.

Josh Bauer im Tor wächst über sich hinaus. Die gesamte Mannschaft fightet unermüdlich. Noch 10 Minuten – noch fünf Minuten – immer noch 4:3. Noch zwei Minuten – Wolfsburg zieht den Torhüter – noch eine Minute - noch 25 Sekunden – und dann passiert es: 20 Sekunden vor Schluss erzielt Wolfsburg den 4:4 Ausgleich. Grrrrrrr. So nah dran. In der Verlängerung passiert (fast) nichts. Nur ein dummes Foul der Löwen in der gegnerischen Hälfte, das eine Spieldauerdisziplinarstrafe nach sich zieht. Doch die Mannschaft stemmt sich gegen die drohende Niederlage und rettet sich in Unterzahl ins Penaltyschießen.

Josh Bauer krönt seine Leistung am heutigen Tag mit drei gehaltenen Penalties. Nikolas Junnila verwandelt für die Löwen – aus, aus, aus, das Spiel ist aus! Die Löwen besiegen Wolfsburg mit dem allerletzten Aufgebot mit 5:4 n. P. und fahren ihre ersten beiden Saisonpunkte ein. Am nächsten Wochenende ist spielfrei, in der Zwischenzeit können hoffentlich die Kranken und Verletzten wieder am Mannschaftstraining teilnehmen.