Nach den beiden klaren Erfolgen der U20 in Bad Nauheim vor zwei Wochen gewann das Team um Trainer Henry Wellhausen auch die Begegnung am Samstag in der heimischen Eissporthalle eindrucksvoll mit 7:2 Toren. Damit festigten die Löwen den vierten Tabellenplatz in der DNL Div III Nord. Es war ein absolut faires Spiel, das allerdings von einer folgenreichen Szene überschattet wurde, die eine Matchstrafe für den besten Scorer der Löwen zur Folge hatte, der seit Jahren auch zu den fairsten Akteuren auf dem Eis gehört. Dazu später mehr. Dem betroffenen Nauheimer Spieler wünschen wir zuallererst einmal aus ganzem Herzen eine schnelle und gute Besserung!  

Das Spiel ist schnell geschildert. In der 9. Spielminute kam Jonathan Lorei frei zum Schuss und konnte den Nauheimer Goalie zum ersten Mal überwinden. Danach machten die Löwen zu wenig aus ihrer spielerischen und kämpferischen Dominanz, so dass es mit 1:0 in die erste Drittelpause ging. Alex Wagner brachte nach einem Puckverlust der Gäste an der Mittellinie die Löwen dann mit 2:0 nach einem wunderbar abgeschlossenen Alleingang in Front. Das 3:0 nach einem Distanzschuss von Felix Seiz gehört streng genommen in Teilen auch Florian Fichtner, denn der fälschte die Scheibe mit dem Zeigefinger (!) noch leicht ab. Folge: Florian konnte verletzt nicht mehr weiterspielen, aber es stand 3:0. Immerhin!Kurz darauf schob Nikolas Junnila zum 4:0 ein, doch der Anschlusstreffer zum 4:1 Pausenstand und eine knackige Kabinenansprache des Trainers erinnerten die Jungs daran, dass ein Eishockeyspiel 60 Minuten dauert und auch schnell mal kippen kann.

Dann die 42. Spielminute. Nach einem zunächst harmlos aussehenden Check an der Bande blieb ein Nauheimer Spieler auf dem Eis liegen. Der Schiedsrichter erkannte nach langem Zögern auf Große Strafe plus Spieldauer wegen Ellbogenchecks, obwohl ein Ellbogen in der Live-Aktion nicht erkennbar war. Dann erhöhte er das Strafmaß auf Matchstrafe wegen Ellbogenchecks. Nach Spielschluss wurde das Spielgericht dann angewiesen, die Strafe zur Matchstrafe wegen Checks gegen Kopf und Nacken zu verändern, was in der Live-Aktion nun ganz und gar nicht zu sehen war. Das ändert nichts daran, dass der Nauheimer Spieler stark angeschlagen ins Krankenhaus gefahren werden musste und alle Löwen ihm wünschen, dass es sich nur um eine Vorsichtsmaßnahme handelte und er schnell wieder auf’s Eis zurückkehren kann.

Seit dieser Saison ist es Pflicht, Spiele der DNL auf Video aufzuzeichnen. Dort sieht man dann, dass weder ein Ellbogen im Spiel war noch der Check gar gegen den Kopf ging. Es wäre zu wünschen, dass der DEB vor Findung des Strafmaßes das Video genau analysiert. Es war ein Bandencheck ganz nahan der Bande mit der Folge, dass der Kopf des Gegenspielers gegen die Plexiglasumrandung schlug. Und hier setzt beim Verfasser dieses Beitrages großer Unmut ein, denn seit dem tragischen Unfall im letzten Jahr an gleicher Stätte versucht der Verein vergeblich bei der Hallenleitung zu erreichen, dass die U20 (und auch die U17) regelmäßig in der Großen Halle spielen dürfen. Dort ist eine viel sicherere Technologie in Form einer Flexbande und -scheibe installiert, die bei solch einem Aufprall eben stark nachgibt und dadurch mögliche Verletzungsfolgen deutlich reduziert. Als hätte es das Unglück letztes Jahr nicht gegeben, zeigt sich die Hallenleitung dazu bislang nicht bereit. Am Samstag wurde wieder deutlich, wie wichtig das wäre.

Nach diesem Vorfall war das Spiel nur noch Nebensache. Jonathan Lorei erhöhte auf 5:1, dem prompt der Anschlusstreffer zum 5:2 folgte. Aaron Kästle und Jonas Muthig stellten das Endergebnis von 7:2 her. Sandro Metzen im Kasten der Löwen hielt sehr gut. Alle Löwen waren zufrieden und doch mit ihren Gedanken beim Spieler aus Bad Nauheim.