Das stand Spitz auf Knopf. Am Samstag gewann die Mannschaft von Trainer Jan Barta nach schwachem Heimspiel und Drei-Tore-Rückstand noch mit 5:4 nach Penaltyschießen. Am Sonntag dann nach noch dramatischerem Spielverlauf ein etwas glücklicher 8:6 Erfolg der Löwen ebenfalls auf der Außenfläche der Eissporthalle in Frankfurt.

Am Samstag war über zwei Drittel lang eines jener Spiele, in denen man am liebsten zuhause auf der Couch geblieben wäre. Es lief nichts zusammen. Gegen eine keineswegs gut spielende EJ Kassel lagen die Löwen folgerichtig nach zwei Dritteln bereits mit 0:3 Toren hinten. Nicht den berühmten Pfifferling hätte man auf die Jungs noch setzen mögen, obwohl Kassel mit vielen Ausfällen zurechtkommen musste.

Doch dann platzte der Knoten. Gleich zu Beginn des letzten Spielabschnitts verwertete Florian Fichtner eine schöne Kombination mit Jonathan Lorei und Jonas Muthig zum 1:3 Anschlusstreffer. Jonathan machte es ihm gleich und hämmerte die Scheibe aus der Halbdistanz oben rechts in den Winkel, nachdem ihn Nikolas Junnila und Florian bedient hatten. Nur noch 2:3 in der 45. Spielminute. Dann der erneute Tiefschlag, denn Kassel konnte in der 53. Minute seinen Vorsprung wieder auf zwei Tore erhöhen und alle zwischenzeitlich herausgekramten Pfifferlinge verschwanden still und leise wieder in der Hosentasche.

Aber nur für eine gute Minute, denn Bogdan Pushkar nahm ein Pass-Stafette über Jannik Kaus und Alex Wagner ab und jagte den Puck in die Maschen. In der 57. Minute dann nach einer verunglückten Aktion des Kasseler Goalies der Ausgleich zum 4:4 durch Alex Wagner nach Schuss von Nikolas Junnila. Das anschließende Penaltyschießen entschieden die Löwen mit dem Game Winning Goal (da ist es wieder!) durch Nikolas Junnila für sich. Zwei Punkte auf der Habenseite.

Am Sonntag sollten es drei werden. Das um die „Hochspieler“ in die U20 verstärkte Kasseler Team war durchaus favorisiert, konnte die Vorteile auf dem Papier aber nicht konsistent auf das etwas stumpfe Eis der Außenfläche bringen. Zwar gingen die Huskies in der vierten Minute in Führung, aber die Löwen kamen schnell zurück und erzielten durch Florian Fichtner auf Pass von Jonathan Lorei den Ausgleich. In der neunten Minute dann das vielleicht schönste herausgespielte Tor des Tages zur 2:1 Führung der Löwen. Nach einer herrlichen Kombination über Felix Seiz und Nikolas Junnila verwandelte der Kanada-Rückkehrer Jannik Kaus per Direktabnahme mit seinem ersten Saisontreffer. Drittelpause.

Im zweiten Drittel dann Eishockey zunächst verrückt. Die Gäste machten Druck ohne Ende und hatten Chancen über Chancen, die sie entweder schlicht vergeigten oder denen sich der erneut sehr gut aufgelegte Oliver Reichert im Kasten der Löwen erfolgreich entgegenstemmte. Statt des frühen Ausgleichs hieß es in der 24. Minute plötzlich 3:1 für die Löwen durch Treffer Nr. 2 von Jannik Kaus. Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, erhöhte Jonas Muthig nach Pässen von Dila Demencius und Florian Fichtner gar auf 4:1 eine Minute später. Das war zu diesem Zeitpunkt überaus glücklich für die Löwen. So kamen die Gäste verdientermaßen auch zu ihrem zweiten und dritten Treffer im weiteren Verlauf des Drittels. Als der Ausgleich in der Luft lag, entwischte Florian Fichtner nach Zuspiel von Jonas Muthig und Jonathan Lorei in der 39. Minute den gegnerischen Verteidigern und erzielte seinen zweiten Treffer zur glücklichen 5:3 Führung der Löwen nach dem zweiten Drittel. Pause.

Das ließen sich die Schlittenhunde nicht bieten. Allerdings brauchte es die einzige fragwürdige Entscheidung der ansonsten ausgezeichnet leitenden Schiedsrichter für den Anschlusstreffer. Statt einer Zwei-Minuten-Strafe gegen die Huskies erhielt ein Löwe zwei Minuten, obwohl er selbst vorher strafwürdig gefoult wurde und dadurch praktisch in den Gegner hineinfiel. Nur noch 5:4. Vom Spielverlauf her gesehen hochverdient, in dieser Situation aber äußerst ärgerlich. Der Ausgleich dann eine Minute später, und jetzt hätte man wieder dazu neigen können, seine Pfifferlinge unauffällig verschwinden zu lassen. Doch in der 50. Minute erzielte Florian Fichtner nach Zuckerpässchen von Jonathan Lorei mit seinem dritten Treffer die erneute Führung zum 6:5. Pfifferlinge wieder rausgekramt.

Das 7:5 dann nach einer Unachtsamkeit in der Deckung der Huskies in Spielminute 58 durch eine „kaus“sche Vorlagenkombi auf Eric Motisan. Niclas zu Jannik zu Eric – Tor. Und der Spieler des Spiels Jannik Kaus erhöhte kurz darauf sogar zum 8:5 auf Zuspiel von Eric Motisan, der sich wohl für die Vorlage zuvor bedanken wollte. Das Ergebnis war jetzt zu hoch, aber man nimmt sowas ja gerne mit. Der 8:6 Endstand kurz vor Ende war lediglich Ergebniskorrektur.

Ein erfolgreiches Wochenende, in dem die Löwen den vierten Tabellenplatz festigen und sogar noch näher an die vor ihnen liegenden Huskies heranrücken konnten.

Statistik beider Spiele kombiniert:

Tore: Florian Fichtner (4), Jannik Kaus (3), Jonathan Lorei, Bogdan Pushkar, Alex Wagner, Nikolas Junnila, Jonas Muthig und Eric Motisan (je 1)

Strafminuten: Löwen Frankfurt 18, EJ Kassel 20